15:15 – 16:30
Parallele Fachforen 1
FF1.1
Moderation: Petra Gajar, Fonds Gesundes Österreich
Annika Hestermann & Philipp Piedmont, BARMER
Abstract: Der Klimawandel beeinflusst die Gesundheit direkt und indirekt. Die Integration der Planetary-Health-Perspektive in Präventionsmaßnahmen bietet eine Möglichkeit, gesundheitliche Folgen des Klimawandels zu mildern, gesunde Lebensweisen und klimaschonendes Verhalten zu fördern. Die Organisation BARMER setzt auf die Qualifizierung von Mitarbeitenden als Multiplikator:innen (Klima Coaches), um Klima- und Gesundheitsaspekte praxisnah in den Versorgungsprozess zu integrieren. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. wurden transformative Schulungsformate entwickelt, die BARMER-Mitarbeitende befähigen, die Planetary-Health-Perspektive in BGM-Maßnahmen einzubinden. Um Planetary-Health-orientierte Maßnahmen langfristig zu verankern, wurden Beratungsstandards etabliert. Die qualifizierten Klima Coaches tragen dazu bei, praxisnahe BGF-Lösungen zur Bewältigung der gesundheitlichen Folgen des Klimawandels umzusetzen und wirken als Ansprechpersonen u.a. in Betrieben.
Barbara Szabo, Hochschule Burgenland
Abstract: Gesundheit und Nachhaltigkeit sind zentrale Zukunftsthemen für Unternehmen. Trotz zahlreicher inhaltlicher Schnittstellen erfolgt ihre Verbindung bislang meist nur punktuell. Der Beitrag stellt ein theoriegeleitetes und praxisnahes Umsetzungskonzept vor, das Betriebe bei der strategischen und langfristigen Verknüpfung von Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) und Nachhaltigkeit unterstützt. Die Grundlage bildet ein multimethodisches Forschungsdesign, bestehend aus einer Literatur- und Dokumentenanalyse, leitfadengestützten Online-Interviews sowie einer Online-Fokusgruppe mit Unternehmensvertreter:innen. Zentrale Ergebnisse sind 42 Qualitätskriterien für gesunde und nachhaltige Arbeitsplätze, ein Argumentarium sowie ein dreistufiges Konzept zur schrittweisen Verbindung der beiden Themen in der betrieblichen Praxis. Daraus zeigt sich, dass die systematische Verknüpfung von BGF und Nachhaltigkeit Synergien und Co-Benefits für Unternehmen eröffnet. Das vorgestellte Konzept bildet eine fundierte Orientierungs- und Argumentationshilfe für die Praxis.
Samuel Iff, Staatssekretariat für Wirtschaft
Abstract: Mit steigender Lufttemperatur und -feuchtigkeit, direkter Sonneneinstrahlung und schwerer körperlicher Arbeit steigt die Belastung für Beschäftigte. Arbeitgebende müssen die notwendigen Maßnahmen frühzeitig planen und umsetzen, um Arbeitnehmende vor Hitze und Sonne zu schützen. Eine Kombination organisatorischer, technischer und persönlicher Massnahmen kann gesundheitliche Beeinträchtigungen und Hitzeschädigungen verhindern. Für besonders gefährdete Personen (etwa Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen) ist gegebenenfalls zusätzlicher Schutz erforderlich. In der Schweiz gibt es keine gesetzlich festgelegte Hitzefrei-Temperaturgrenze: ist der Gesundheitsschutz trotz Maßnahmen nicht mehr gewährleistet, muss die Arbeit vorübergehend eingestellt werden. SECO- und Suva-Hilfsmittel und Fachleute unterstützen Arbeitgebende bei der Beurteilung der Gefährdung und der Auswahl und Umsetzung von Maßnahmen. Je nach Arbeitsplatz stehen spezifische Instrumente zur Verfügung. Der Beitrag stellt die SECO-Hilfsmittel für Arbeiten im Sommer und die Hintergründe ihrer Entwicklung vor.