11:00 – 12:15
PARALLELE FACHFOREN | Session 2
Ramona Schreyer, Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Abstract: Mit dem Angebot MEHRWERT:PFLEGE unterstützt der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) Krankenhäuser, (teil-)stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste beim Auf- und Ausbau eines strategischen betrieblichen Gesundheitsmanagements. Grundlage hierfür ist das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, welches im Januar 2019 in Deutschland in Kraft trat. Zielsetzung von MEHRWERT:PFLEGE ist die nachhaltig gesundheitsförderliche und ressourcenstärkende Gestaltung der Arbeitsbedingungen in der Pflege, die Verbesserung des psychischen und physischen Wohlbefindens der Beschäftigten sowie die Stärkung der Attraktivität der Pflegebranche. Das Beratungskonzept von MEHRWERT:PFLEGE wurde 2020 bis 2023 in einer externen wissenschaftlichen Evaluation mit verschiedenen Instrumenten bewertet. Die Evaluation zeigt, dass insbesondere die Verknüpfung von Verhältnis- und Verhaltensprävention praxisnah gelungen ist und damit alle Förder- und Qualitätskriterien der deutschen Gesetzgebung erfüllt sind.
Rita Buchli, dedica und Samuel Zäch, Gesundheitsförderung Schweiz
Abstract: Mitarbeitende in der Langzeitpflege und Spitex (nationaler Dachverband Schweiz für spitalexterne Hilfe und Pflege) sind hohen psychosozialen Belastungen ausgesetzt. Die Job Stress Analysis (JSA) bietet ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur systematischen Erfassung von Stressoren und Ressourcen. Für Langzeitpflege und Spitex wurde eine spezialisierte JSA-Version entwickelt. Der Beitrag zeigt, wie die JSA in der Langzeitpflege und Spitex eingesetzt wird, welche Erkenntnisse aus den Befragungsdaten gewonnen werden und wie diese in der Praxis wirksam umgesetzt werden können. Präsentiert werden qualitative Praxiserfahrungen aus der regelmässigen Anwendung der JSA in Beratungs- und Umsetzungsprozessen. Ergänzt werden diese durch quantitative Ergebnisse aus JSA-Befragungen (u. a. zentrale Stressoren und Ressourcen). Die JSA liefert belastbare Daten zu arbeitsbezogenen Belastungen und Ressourcen und bildet eine fundierte Grundlage für Massnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Praxisbeispiele zeigen, welche Vorgehensweisen sich bewähren und wie nachhaltige Verbesserungen im Arbeitsalltag erzielt werden können.
Robert Gürtler, Styria vitalis – Gesundheit für die Steiermark
Abstract: Das Projekt RESI (04/2022–09/2024) hatte das Ziel, Pflegeeinrichtungen mithilfe von Ansätzen der Positiven Psychologie und Resilienzforschung gesundheitsförderlicher zu gestalten. In sechs Einrichtungen wurden partizipativ entwickelte Maßnahmen umgesetzt, um Lebens- und Arbeitsqualität, Miteinander, Wohlbefinden sowie die Gesundheitskompetenz zu Resilienz und psychosozialer Gesundheit zu stärken. Die Einrichtungen wurden durch Schulungen zu Resilienz und gesundem Führen, Bedarfsanalysen, Fortbildungen sowie Interventionen zur räumlichen Gestaltung unterstützt. Ergänzend wurde eine „RESI-Box“ mit leicht umsetzbaren Maßnahmen zur Resilienzförderung entwickelt. Zielgruppen waren Mitarbeitende, Führungskräfte, Bewohner:innen sowie An- und Zugehörige. Lernerfahrungen zeigen, dass die Förderung psychischer Gesundheit wesentlich ist, um Mitarbeitende langfristig im System zu halten. Frühe Schulungen, externe Expertise, engagierte Führungskräfte, niederschwellige Zugänge, klare Kommunikation, Vernetzungstreffen und Interventionen zur Raumgestaltung erwiesen sich als entscheidend für den Projekterfolg.