11:00 – 12:15
PARALLELE FACHFOREN | Session 2
Julia Reichardt und Matthias Jaworski, BKK Dachverband
Abstract: Arbeiten 4.0 (Digitalisierung, New Work, KI) verändert Prozesse, Führung und Belastungen. Betriebliches Gesundheitsmanagement muss dabei digital anschlussfähig und zugleich nah am Betrieb bleiben – ein Markenkern der BKK durch Nähe zu Kunden- und Trägerunternehmen. Die Initiative BGM 4.0 entwickelt kassenübergreifend skalierbare digitale/hybride BGF-/BGM-Lösungen und bündelt Ressourcen, Expertise und Erfahrungen. In einer dezentralen Projektstruktur mit Fachgremien aus 16 BKK und Steuerung über den BGM-4.0-Steuerkreis werden Angebote iterativ entlang betrieblicher Bedarfe entwickelt und mit Beratung verknüpft. Projekte wie Mein Phileo, Gesund Führen, bgm inside und transform_u. schaffen durch Zusammenarbeit Innovationsbreite, Praxisnähe und Wissenstransfer, wobei Nutzen durch Personalisierung und Integration in qualifizierte BGM-Prozesse steigt. BGM 4.0 zeigt, dass Kooperation statt Konkurrenz sowie dezentrale Umsetzung mit Unternehmensnähe digitale Innovation und menschliche Begleitung erfolgreich verbinden.
Alexandra Weilhartner, ÖSB Consulting und Annika Schönauer, ÖSB Social Innovation
Abstract: Die digitale Transformation verändert die Arbeitswelt. Dies bringt sowohl Chancen als auch Belastungen mit sich. Der Vortrag untersucht die Ambivalenz dieser Transformation, insbesondere hinsichtlich der Gesundheit von Beschäftigten und identifiziert Einflussfaktoren, die den Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Gesundheit prägen. In zwei Projekten, „Demografieberatung Digi+“ und „Gesundheitssensor“, werden quantitative und qualitative Daten durch Betriebsberatung und Fallstudien analysiert. Es zeigt sich: Führung und Partizipation sind entscheidende Faktoren, um die Potenziale digitaler Technologien gezielt zu nutzen und Risiken für Gesundheit und Arbeitsfähigkeit zu reduzieren. Betriebsberatung spielt eine zentrale Rolle dabei, Digitalisierung als organisatorische Herausforderung zu meistern. Betriebliche Gesundheitsförderung kann helfen, Digitalisierung als Chance zu erkennen und Ressourcen effektiv zu nutzen.
Andreas Krause, Michaela Kaufmann, Marjan Tanushaj, Leoni Brogli, Marcel Baumgartner, Institut für Mentale und Organisationale Gesundheit, Hochschule für Angewandte Psychologie, Fachhochschule Nordwestschweiz
Abstract: Wie wirken sich neue Formen der Zusammenarbeit auf die Gesundheit von Mitarbeitenden aus? Dieser Frage geht ein aktueller Scoping Review nach, finanziert vom Bundesamt für Gesundheit und Gesundheitsförderung Schweiz. Analysiert wurden 47 Studien zu agilen, selbstorganisierten und hierarchieärmeren Arbeitsformen sowie deren Chancen und Risiken für Mitarbeitende. Neue Zusammenarbeitsformen zeigen ein gesundheitsförderliches Potenzial – selbst dann, wenn sie innerhalb bestehender Hierarchien umgesetzt werden. Doch wovon hängt diese positive Wirkung ab? Und werden nicht nur Ressourcen gestärkt, sondern auch Belastungen reduziert? Der Beitrag präsentiert zentrale Befunde und diskutiert Konsequenzen für eine gesunde Gestaltung von Zusammenarbeit.