11:00 – 12:15
PARALLELE FACHFOREN | Session 2
Katja Wagner, Siemens AG
Abstract: Psychische Erkrankungen sind die dritthäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland und führen durchschnittlich zu 41,5 Fehltagen pro Fall. Siemens begegnet dieser Entwicklung mit einem ganzheitlichen Ansatz zur Förderung mentaler Gesundheit. Im Mittelpunkt stehen Bewusstseinsbildung, Prävention und schnelle Unterstützung im Ernstfall. Eine enttabuisierte Kommunikationskultur bildet dabei den entscheidenden Katalysator für nachhaltige Resilienz auf allen Organisationsebenen. Sie schafft Vertrauen, macht Belastungen früh erkennbar macht und erleichtert adaptive Entscheidungen. Angebote wie die Siemens Sozialberatung, die Destigmatisierungskampagne #Breakingthesilence sowie digitale und analoge Lernressourcen stärken psychologische Sicherheit und Handlungsfähigkeit. Resilienz entsteht dort, wo kommunikative Offenheit und organisatorische Strukturen systematisch verzahnt sind. Mentale Gesundheit ist bei uns ein integraler Bestandteil der Unternehmenskultur.
Christian Scharinger, Unternehmensberatung e.U.
Abstract: In Zeiten multipler Umwälzungen gewinnt die Betriebliche Gesundheitsförderung als strategisches Instrument zur Krisenbewältigung in Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Der Beitrag greift den Praxisleitfaden „Gesundheitsförderung in Krisenzeiten“ des Fonds Gesundes Österreich auf und stellt relevante Modelle der Krisenbewältigung vor. Weiters soll herausgearbeitet werden, welche Praxisansätze dazu beitragen können, Krisenzeiten positiv zu bearbeiten und wenn möglicherweise sogar gestärkt daraus hervorzugehen. Betriebliche Gesundheitsförderung kann dabei gleichsam als Katalysator wirken, indem sie eine Kultur der Neugier, der Anpassungsfähigkeit und der Resilienz fördert.
Rafaël Weissbrodt, Haute école de santé Wallis
Abstract: Der Begriff der Resilienz bezeichnet ursprünglich die Fähigkeit eines Systems, nach Störungen wieder funktionsfähig zu werden. In Organisationen gewinnt er besonders im Krisenmanagement an Bedeutung. Nach Erik Hollnagel basiert organisationale Resilienz auf Antizipation, Monitoring, Anpassung und Lernen. Studien aus dem Gesundheitswesen zeigen enge Zusammenhänge zwischen diesen Prozessen, gesundheitsförderlichem Coping sowie der wahrgenommenen Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Personals. Dies deutet darauf hin, dass resiliente Organisationen zugleich einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Gesundheit ihrer Beschäftigten leisten. Zudem gilt Gruppenzusammenhalt als ein zentraler Schutzfaktor. Die Nähe zwischen Resilienz und dem Safety II Ansatz betont die aktive Rolle der Mitarbeitenden bei der zuverlässigen Bewältigung von Unvorhergesehenem. Vor diesem Hintergrund lassen sich Betriebliche Gesundheitsförderung, interprofessionelle Zusammenarbeit und organisationale Resilienz als sich gegenseitig verstärkende Konzepte verstehen.