Fachforen – Donnerstag, 24. März 2022

15:15 – 16:30

 

PARALLELE FACHFOREN | Session 1

FF 1.2

Entwicklung relevanter Kompetenzen für die neue Arbeitswelt

Kompetenzen für Arbeit, die es noch nicht gibt. Planspiel und Simulation als Instrument zur Weiterbildung im Zeitalter der Digitalisierung

Prof. Dr. Rüdiger von der Weth

Hintergrund und Ziel
Die Umwälzungen durch die Digitalisierung führen zu neuen Problemstellungen und immer dynamischeren Veränderungen der Arbeitswelt. Beginnt Qualifikation und Kompetenzerwerb erst, wenn Veränderungen und ihre Konsequenzen bereits Realität wurden, hinkt die Vorbereitung auf neue Arbeitsanforderungen immer hinterher. Ziel muss es sein proaktiv mit der Einführung neuer Technologien am Arbeitsplatz und den damit verknüpften Veränderungen in der Organisation umzugehen, wenn man Beanspruchungen vermeiden und den Kompetenzerwerb unterstützen will.

Methode
Zu diesem Zweck kann bei Planspielen die dynamische Computersimulation zukünftiger Arbeitsanforderungen mit der Vermittlung von Methoden zum Umgang mit komplexen Problemen und einem Coaching zur Reflexion des eigenen Planens und Handelns verknüpft werden. Die Beteiligten werden unterstützt, für Digitalisierungsvorhaben Strategien zu entwickeln, um die Kompetenzentwicklung und gesundes Arbeiten zu unterstützen. Zentral ist neben der fachlichen Vorbereitung vor allem, Planspiele als dynamische Lerngelegenheiten zu nutzen um mit der Unbestimmtheit, aber auch mit Konflikten und Interessengegensätzen und emotionalen Auswirkungen von Veränderungsprozessen umzugehen.

Umsetzung und Ergebnisse
Das für die Initiative Gesundheit und Arbeit entwickelte Planspiel spielt im Lager des fiktiven mittelständischen Unternehmens „Furniture-Store“, in dem Menschen unterschiedlichen Alters und Qualifikations­niveaus arbeiten. Ein Seminarformat mit einer Vorversion wurde im Rahmen des Masterstudiengangs „Management Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ der DGUV eingesetzt. Technische Veränderungen, Qualifikationsmaßnahmen und Reorganisationen bei Digitalisierungsprojekten können von den Beteiligten für die fiktiven Mitarbeiter geplant, umgesetzt und in ihren Konsequenzen für die Arbeitenden studiert werden. Im Rahmen des Beitrags wird das Planspiel und die ersten Erkenntnisse aus der praktischen Umsetzung vorgestellt.    

Betriebliche Gesundheitsförderung für´s Home-Office

Kathrin Hofer-Fischanger BA, MA

Abstract: Die zunehmende digitale Vernetzung und der Trend in Richtung flexible Arbeitsformen haben die Möglichkeiten für Telearbeit schon in den letzten Jahren forciert. Durch die COVID19-Pandemie stellten viele Betriebe in hohem Ausmaß auf Home-Office um. Künftig werden hybride Arbeitsformen, gemeint ist ein Mix aus Home-Office und Büro-Präsenz, zur Normalität werden. Die Rahmenbedingungen für das Arbeiten im Home-Office oder für hybrides Arbeiten entsprechen allerdings nicht immer den Grundprinzipien der Luxemburger Deklaration und speziellen Qualitätskriterien (vgl. ÖNBGF) ganzheitlicher Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF).

Aus diesem Umstand heraus entstand der Bedarf für Unternehmen und MitarbeiterInnen eine Praxisbroschüre zu entwickeln, die in diesem Beitrag vorgestellt wird.
Die Broschüre informiert darüber, wie Arbeitsbedingungen für das Home-Office und für hybride Arbeitsformen gesundheitsförderlich gestaltet werden können. Neben ergonomischen Parametern und Aspekten der Arbeitsraumgestaltung werden vor allem organisationale Bedingungen (Arbeitszeitgestaltung, Regelungen für Erreichbarkeiten, freundliche Home-Office-Kultur, Anpassungen bei Planungs-, Entscheidungs- und Informationsprozessen, Verfügbarkeit von IKT und Arbeitsmitteln) aufgezeigt. Weitere Inhalte beziehen sich auf die Stärkung von persönlichen und fachlichen Kompetenzen bei Führungskräften und MitarbeiterInnen (z.B. Hybrides Führen, Führen auf Distanz, Zeit- und Selbstmanagement, virtuelle Partizipation). Außerdem werden praktische Tipps für die Arbeitsorganisation und Zusammenarbeit von Führungskräften und MitarbeiterInnen gegeben und verfügbare E-Tools für flexibles und kollaboratives Arbeiten vorgestellt. Ein Selbstcheck-Instrument unterstützt die Analyse der bestehenden betrieblichen Gegebenheiten.

Kompetent agieren, um in digitalen und hybriden Arbeitssettings gesund zu bleiben: was braucht es?

Prof. Dr. Alexandra Cloots

Trends wie der gesellschaftliche Wandel, die digitale Transformation oder nicht zuletzt auch die derzeitige Pandemie Covid-16 verändern unsere Arbeitswelt.  Wir sind auf unterschiedlichen Ebenen neu gefordert, die Zusammenarbeit mit unseren Kolleg:innen gestaltet sich zum Teil hybrid, bzw. zumindest digital. Führung und Organisationsstrukturen brauchen zeitgemässe Lösungen.

Um diesen neuen Anforderungen an die Gestaltung einer guten Arbeit in Zukunft gerecht zu werden, sollten Mitarbeitende und Führungskräfte ihre Kompetenzen dahin gehend weiterentwickeln. Welche Kompetenzen zukünftig relevant sind und worauf es bei der Gestaltung einer guten, gesunden Arbeitswelt ankommt, soll im Rahmen des Vortrags aufgezeigt und diskutiert werden.