Fachforen – Freitag, 25. März 2022

10:45 – 12:00

PARALLELE FACHFOREN | Session 2

FF 2.5

Wie kann die Umwelt gesundheitsförderlich gestaltet werden: sozial, ökologisch, ökonomisch?

Strategie, Struktur und Kultur: Chance und Hürde der Integration von BGM und CSR

Eva Kuhn

Ziel: Unter Rückgriff auf das neue St. Galler Management-Modell wird aufgezeigt, wie Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und Corporate Social Responsibility (CSR) in Theorie und Praxis zusammengedacht und -gebracht werden können. Dadurch soll der Input zum einen dazu befähigen, die Notwendigkeit der Integration von BGM und CSR unter Rekurs auf die aktuelle wissenschaftliche Debatte begründen zu können. Zum anderen erlaubt er, durch die Vorstellung praktischer Beispiele, spezifische Hürden und Chancen in der Umsetzung zu identifizieren und bietet somit ‚Lessons learned‘ für zukünftige Praxisprojekte.

Grundlage: Der Input basiert auf den Erkenntnissen eines 3,5-jährigen, BMBF-geförderten Projektes, Gesundheitsmanagement aus inter-organisationaler Perspektive, in welchem über 150 leitfadengestützte Interviews geführt, wissenschaftliche Literatur und Policy-Instrumente gesichtet und themenspezifisch Stakeholder-Mappings angefertigt wurden.

Hauptpunkte: Das Potential, das sich aus einer Integration von BGM und CSR ergeben kann, wird in der unternehmerischen Praxis bislang nur in Ansätzen ausgeschöpft. Die in der deutschen Unternehmenslandschaft identifizierten Best Practices sind Anknüpfungspunkt für weitergehende Überlegungen und Initiativen der Integration von BGM und CSR. Hierzu kann auch das Hauptergebnis des Forschungsprojektes, das praktisch erprobte GESIOP-Tool für Gesunde Arbeit, einen Beitrag leisten. Es ermöglicht Unternehmen die Selbstbewertung gesundheitsförderlicher Aktivitäten und nimmt dabei auch die Unternehmensverantwortung (corporate responsibility) in den Blick. Neben dem Konzept der geteilten Verantwortung werden auch Gerechtigkeitsfragen adressiert, die weit über Debatten wie einen ‚gerechten Lohn‘ Einfluss auf die Beschäftigtengesundheit haben können und für externe Stakeholder von immer größerem Interesse sind.

Aktive Mobilität – gesund unterwegs in Betrieben

DIin Dr.in Sandra Wegener und Dr. Verena Zeuschner

Hintergrund: Der Fonds Gesundes Österreich setzte 2019 im Rahmen eines Förderschwerpunkts den Projektcall „Aktive Mobilität – gesund unterwegs! Gehen, radeln, rollern Co im Alltag“ um. Ziel war es, die Gesundheit der Menschen durch eine verstärkte Förderung von Aktiver Mobilität als Beitrag zu mehr Bewegung zu unterstützen. Im Rahmen des Calls konnten insgesamt 10 Projekte gefördert werden – vier davon im Setting Betrieb.

Ziel: Diese Projekte zielten darauf ab, nachhaltig gesunde Mobilität im Setting Betrieb zu etablieren, um damit die Gesundheit der Mitarbeitenden zu verbessern. Durch die Verknüpfung der Themen Mobilität und Gesundheit sollte in der Umsetzung auch eine Verbindung zweier Strategien, der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und des Betrieblichen Mobilitätsmanagements (BMM), entstehen.

Umsetzung: In den vier Projekten ging es darum, einerseits langfristige Verhältnisse und Strukturen zu schaffen und andererseits wirkungsvolle Maßnahmen in den Betrieben umzusetzen, die ein aktives und gleichzeitig gesundes (Mobilitäts-)verhalten erleichtern und fördern. Diese Maßnahmen reichten von Bewusstseinsbildung in Form von Foldern, Informationen im Intranet über gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen bis zu infrastrukturellen Maßnahmen wie die Bereitstellung von sicheren Radabstellanlagen. Die Gesundheitsauswirkungen und das veränderte Mobilitätsverhalten zu evaluieren, setzten sich die Projekte zum Teil als längerfristiges Ziel.

Schlussfolgerungen: Neben den internen Projektevaluationen wird von der BOKU Wien eine projektübergreifende Evaluation durchgeführt. Eine Analyse der vier Betriebs-Projekte zeigt erste Ergebnisse in Hinblick auf Prozesse, Hindernisse und Erfolgsfaktoren.

Die unternehmerische Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen und unaufhaltsam steigende Kosten im Gesundheitsbereich

Christof Oswald

Der Schweizer Technologiekonzern Bühler, mit weltweit rund 13’000 Mitarbeitenden, ist ein Familienunternehmen. Seit weit über 100 Jahren engagiert sich Bühler mit innovativen Handlungen und ist gerne Pionier zur Sicherstellung der Bedürfnisse im Bereich Arbeit, Familie und Gesundheit.

Die aktuellen Entwicklungen bezüglich individuellem Verhalten und verändertem Lifestyle führen nachhaltig erfolgreiche Unternehmen zu zwingenden Massnahmen zur Sicherstellung der Businesskontinuität und zur Stabilisierung der Gesundheitskosten. Die Rahmenbedingungen bezüglich Umgang des Arbeitgebers mit den diversen Lifestyles werden ganz speziell die Attraktivität von fortschrittlichen Unternehmen für exzellente Fach- und Führungskräfte deutlich steigern.  

Das bestehende BGM greift zu wenig tief!

Es gilt schlussendlich eine Veränderung der Anspruchshaltung von Jung bis Alt einzuleiten und die Steigerung der Kompetenz zum eigenverantwortlichen Management vom eigenen, individuellen Lifestyle und der Resilienz herbeizuführen.

Ich möchte aufzeigen, welchen Weg Bühler bezüglich dieser Entwicklungen einschlägt.