Fachforen – Donnerstag, 24. März 2022

15:15 – 16:30

 

PARALLELE FACHFOREN | Session 1

FF 1.3

Stärken im Arbeitsleben fördern: ressourcenorientierte Ansätze

Wirksamkeit von Achtsamkeitstechniken im Arbeitskontext

Jan Eßwein

Vorstellung und Diskussion von Ergebnissen der iga-Studie „Wirksamkeit von Achtsamkeitstechniken im Arbeitskontext“.

Achtsamkeit wird in Betrieben im Rahmen des BGM oder zur Unterstützung des Organisations- und Kulturwandels eingesetzt, außerdem als Reaktion auf einen weltweiten Trend und nicht zuletzt auf einen Wertewandel. Doch welche Techniken werden überhaupt verwendet und welche Wirksamkeit ist dafür nachgewiesen? Wie sieht das Kosten-Nutzen Verhältnis für Unternehmen und Organisationen aus? Welche Trends und Zukunfts-Prognosen können wir für das Thema Achtsamkeit am Arbeitsplatz ausmachen?

In die umfangreiche systematische Literatur-Recherche der Universität Witten-Herdecke gingen 105 Studien(RCTs) aus den Jahren 2005-2019 ein. Diese wurden ergänzt durch qualitative Interviews von Jan Eßwein mit führenden Unternehmen in diesem Bereich. Erfahren Sie über Antworten und Ergebnisse in diesem Kurz-Vortrag mit anschließender Diskussion.

Gewappnet in Krisenzeiten – was nehmen wir mit, wie geht es weiter?

Dr. Christian Scharinger, MSc

Die „Corona-Krise“ stellt auch für Unternehmen die Frage nach dem Verhältnis von Gesundheit und Krankheit in einer bislang kaum gekannten Radikalität. Gleichzeitig wurden Methoden und Arbeitsweisen, welche jahrelang unter dem Konzept „New Work“ eher exotisch diskutiert worden waren innerhalb weniger Tage zu Standardwerkzeugen. Dadurch wurden sich bereits länger abzeichnenden Dynamiken einem radikalen Praxistest unterworfen. Der Beitrag versucht vor diesem Hintergrund folgende Fragestellungen zu beleuchten:

  • Welche neuen Herausforderungen ergeben sich für die Betriebliche Gesundheitsförderung angesichts der Entwicklungen der letzten Monate ?
  • Welche Konzepte erweisen sich für Unternehmen als hilfreich ?
  • Wie  muss sich die Betriebliche Gesundheitsförderung selbst weiter entwickeln ?
  • Welche Themenfelder werden zukünftig an Bedeutung gewinnen  ?
Job Crafting von Beschäftigten fördern – Entwicklung digitaler Lösungen

Gregor J. Jenny, Dr. sc ETH

Hintergrund
Am Zentrum für Salutogenese entwickeln wir Interventionen, um Ressourcen bei der Arbeit zu stärken. Neben dem Konzept der Salutogenese und der JD-R-Theorie ist das „Job Crafting“ für uns ein zentraler Ansatz. Job Crafting beschreibt individuelle und kollektive Handlungen, die darauf ausgerichtet sind, soziale wie sachbezogene Ressourcen bei der Arbeit aktiv zu stärken. Damit ergänzt es widerstandsorientierte Handlungen im Umgang mit Stressoren bei der Arbeit.

Entwicklung digitaler Lösungen
Bereits 2005 wurde mit KMU-vital ein digitaler Baukasten erarbeitet, um Betriebe beim Umgang mit Ressourcen und Belastungen zu unterstützen. Seit 2016 entwickeln wir nun digitale Versionen jener Interventionen, die wir im Feld durchgeführt und getestet haben: Dabei handelte es sich um Führungs- und Teamworkshops (inkl. Befragung), die partizipativ und lösungsorientiert gestaltet waren und ein kollektives „Job Crafting“ zum Ziel hatten. Mit dem https://wecoach.ch haben wir einen Chatbot kreiert, der Teamleitende durch einen solchen Prozess leitet.

Bisherige Erfahrungen
Die Entwicklung digitaler Lösungen ist für Forschende eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Die Anforderungen an die Technik, die User Interaction (UI) und Experience (UX) sind hoch, die Kosten beträchtlich und der Markt erbarmungslos. Zudem erfordern Teamentwicklungen viel Energie – die erfolgreiche Anwendung einer digitalen Lösung erfordert deshalb mindestens so viel sanften Druck und positive Gruppendynamik wie das analoge Vorgehen.

Ausblick
Trotz ambivalenter Erfahrungen mit digitalen Lösungen für Teams entwickeln wir nun ein „Crafting Playbook“ für Einzelpersonen. Dabei soll eine Website für Experimente entstehen, um die Arbeit motivierend und sinnhaft zu gestalten. Bereits bestehende IT-Bausteine aus dem wecoach (wie Surveys, Whiteboards) als auch narrative Verfahren (siehe z.B. https://sinnimberuf.ch) werden gesammelt und fortlaufend in einem Forschungs-Praxis-Austausch erweitert und getestet.